Nun ist auch schon das Bienenjahr 2012 vorüber!

13. Dezember 2012

2012 Wird mir, trotz der Klagen vieler meiner Kollegen, gut in Erinnerung bleiben. Denn dieses Jahr winterten meine Völker sehr gesund und stark aus, was für mich als Imker, die beste Bestätigung meiner Arbeit ist. Schade war, dass der Frühling sehr kalt und regnerisch ausfiel, so platzen die Völker förmlich vor Bienen, konnten aber nicht ausfliegen. Dieses Jahr hatten meine Völker nur eine Woche Zeit die Frühtracht zu nutzen. Das heißt Nektar und Blütenpollen von Obstbäumen und Löwenzahn zu sammeln und diese, so ganz nebenbei zu befruchten. Aber das reichte den meisten Völkern um einen Honigraum mit dem köstlichen Blütenhonig zu füllen! Das ist die Leistung, die uns Imker immer wieder ins Staunen bringt, so schafft es ein gutes Volk tatsächlich über 5 kg Nektar pro Tag zu sammeln!! Eine beeindruckende Leistung wenn man bedenkt, dass eine Biene für 1kg Honig sechs mal um die Welt fliegen müsste!!
Nach der Frühtracht am Bodensee, wanderte ich auch dieses Jahr wieder in den Raps. Das heißt die Völker werden nach der Blütenhonigernte an vielversprechende Rapsfelder gestellt. Leider war das Wetter auch während der Rapstracht, also während der Rapsblüte, nicht ideal. Was sich im Vergleich zum Vorjahr in einem niedrigeren Rapshonigertrag niederschlug. Dieses wurde allerdings durch die überaus erfolgreiche Begattung meiner Jungköniginnen wett gemacht! Eine so gute Quote hatte ich noch nie! Fast alle Jungköniginnen kamen erfolgreich vom Begattungsflug zu ihren Völkchen zurück. Schnell begannen sie damit Eier zu legen und so wuchsen die Völkchen sehr gut heran. Diese Jungen gesunden Völker sind die Lebensversicherung einer modernen Imkerei!
Zur gleichen Jahreszeit festigte sich allerdings auch die Gewissheit, dass es 2012 keinen Waldhonig in Süddeutschland geben wird. Es waren einfach zu wenig Honigtauerzeuger vorhanden und auch die Witterung und die damit verbundenen Vermehrungsbedingungen lieferten wenig Grund zur Hoffnung. Das Ausbleiben der Waldtracht ist auch Hauptgrund für die landesweite relativ schlechte Honigernte.Was allerdings immer wieder fasziniert ist, dass die Bienen trotzdem Honig eintrugen. Sie brachten vor allem Nektar von der Brombeere und der Himbeere mit nach Hause. Diese Pflanzen bilden den Hauptanteil des Sommerhonigs, doch wurde noch eine Vielzahl von Wildblumen beflogen und das ist es, was den Sommerhonig einzigartig macht. Dieses Jahr standen einige meiner Völker an einer Ackerbrache auf der eine Vielzahl an Blumen blühte. An einem anderen Standort waren die Linde und der Weißklee beteiligt. Jedes Jahr schmeckt er anders, da immer andere Blumen zum Zug kommen, mal mit mehr, mal mit weniger Honigtau. Kein Honig spiegelt den Charakter eines Jahres so gut wieder, als der Sommerhonig.
Alles in allem war das Jahr 2012 kein einfaches Bienenjahr, umso beeindruckender, was die Völker geleistet haben und wie gut sich die Jungvölker entwickelten. Das sehr beständige Wetter im Sommer ließ eine erfolgreiche Bekämpfung der Varroamilbe zu, so dass das neue Bienenjahr mit gesunden starken Völkern starten kann.
Alle Waldhonig-Liebhaber, zu denen ich mich selbst auch zähle, kann ich momentan nur auf nächstes Jahr vertrösten. Vielleicht sind die Bedingungen für die Überwinterung und Entwicklung der Honigtauerzeuger nächstes Jahr besser und vielleicht gibt es 2013 dann auch wieder Waldhonig zu ernten. Zurzeit kann man allerdings nur Hoffen, aber das ist der Reiz der Imkerei, man weiß nie, was einen im nächsten Jahr erwartet!! Mit spätsommerlichem Gruß Raphael Buck