Bioland

Meine Bio-Imkerei im Überblick:

  • Bienenwohnungen aus Holz, Schutzanstrich mit Naturfarben
  • Nur von meinen Bienen selbst erzeugtes Wachs
  • Honig vor allem aus Naturwaben
  • einen Teil des Honigs wird belassen, dieser wird für die Überwinterung mit Biozucker ergänzt
  • Varroabekämpfung nur mit Natursubstanzen wie Ameisen- und Oxalsäure
  • Der Königin werden keine Flügel geschnitten
  • Individuelle Königinnenerneuerung, kein routinemäßiges Austauschen nach 2 Jahren
  • Völkerführung, bei der jedes Volk als Einheit betrachtet wird
  • Ziel ist die Unsterblichkeit eines jeden Bienenvolkes

Warum meine Imkerei nun eine Biolandimkerei ist

Als Imker hat man durch seine Bienen einen sehr direkten und unverfälschten Zugang zur Natur. Die Bienen geben Rückmeldung, wie gut es ihnen in den verschiedenen Landschaften geht. Das heißt vor allem, ob sie genügend Pollen und Nektar finden oder nicht. Dabei ist es besonders wichtig, dass es das ganze Jahr über etwas zum Sammeln gibt. Der Imker spricht hierbei von einem „Trachtfließband“. Leider ist das in vielen Regionen nicht mehr der Fall. Nach der Frühjahrsblüte ist es für die Bienen schwer noch genügend Nahrung zu finden. Besonders wildlebende Insekten wie solitär lebende Bienenarten trifft der Verlust der Biodiversität stark.Besonders wildlebende Insekten wie solitär lebende Bienenarten trifft der Verlust der Biodiversität stark. Eine mögliche Lösung hierfür bietet die ökologische Landwirtschaft. Ich habe über die Jahre bemerkt, dass Honigbienenvölker, welche an biologisch bewirtschafteten Flächen stehen, oft noch Nahrung finden wenn es an andern Standorten knapp wird. Im Allgäu ist es der Verzicht auf Silomais und Kunstdünger, der spätere Mähzeitpunkt und die Heuwirtschaft. In Oberschwaben der Verzicht auf Herbizide und vor allem die größere Fruchtfolge mit blühenden Hauptfrüchten. In der konventionellen Imkerei werden die Bienen mit verschiedenen Siruparten für den Winter aufgefüttert. Oft sind diese aus Mais oder Weizenstärke. Dieses Bienenfutter ist unschlagbar billig, wird jedoch auf eine Art und Weise produziert, die zur eben beschriebenen Verarmung der Landschaft beiträgt. Für mich war das letztendlich der Hauptgrund mich dem Biolandverband anzuschließen. Durch meinen Beitritt bin ich verpflichtet, meine Bienen mit ökologisch erzeugtem Zucker zu füttern. Ich unterstütze somit also die ökologische Landwirtschaft vor Ort. Auf diese Weise wird nun ca. 20 m² pro Bienenvolk auf eine Art bewirtschaftet, die der ganzen wildlebenden Tierwelt zu Gute kommt. Ich bezahle den Landwirten für ihren Zucker einen Fairen Preis, dafür finden meine Bienen auf ihren Flächen das ganze Jahr über Nahrung. Für mich macht die Imkerei so Sinn und ich kann es verantworten, den Bienen den Großteil des Honigs zu ernten und durch korrekt erzeugtes und rückstandsfreies Futter zu ersetzten.

Was die Bioimkerei ausmacht

Bienenwohnungen

Die Bienenwohnungen, Beuten genannt, müssen aus Naturmaterialien gefertigt sein. Ich baue alle meine Beuten im Winter selbst. So habe ich die beste Kontrolle über die Qualität der verwendeten Materialien. Meine Bienenkästen sind alle aus Holz und werden mit einer Öko-Lasur gegen Witterungseinflüsse geschützt.

Bienenwachs

Der Biolandverband hat mit die strengsten Richtlinien für Bienenwachs. Das ist auch gut so, denn schließlich werden hieraus die Waben gebaut in denen die Bienen Brut und Honig erzeugen. Für besonders hochwertigen Honig ist ein besonders reines Bienenwachs also die Grundlage. In meiner Imkerei bauen die Bienen einen Großteil der Honigwaben jedes Jahr neu und ohne jegliche Zugabe von Bienenwachs. Das heißt, der Honig wird in von den Bienen frisch produziertem Bienenwachs gespeichert. Durch dieses Vorgehen kann besonders reiner Honig und auch besonders reines Bienenwachs gewonnen werden. Nur frisch erzeugtes und unbebrütetes Bienenwachs findet als Mittelwand den Weg zurück ins Bienenvolk. Bienenwachs, das aus Brutwaben gewonnen wird, war schon einige Jahre im Bienenvolk und wird nicht mehr zurück ins Bienenvolk gegeben. Aus diesem Wachs entstehen beispielsweise Kerzen.

Wabenbau

Die Richtlinie schreibt vor, dass den Bienen auf mehreren Waben die Möglichkeit zum Naturwabenbau gegeben werden muss. Ich erreiche das vor allem in den Honigräumen, indem ich leere Rähmchen zwischen ausgebaute Waben hänge. In diese Rähmchen bauen die Bienen dann völlig frei. Außerdem stehen den Völkern ein bis zwei leere Waben im Brutraum zur Verfügung. Kleine, junge Bienenvölker bauen ebenfalls einige Waben völlig frei. Mittelwände werden nur so viele gegeben, wie zur Bauerneuerung gebraucht werden. Da auch einige Naturbauwaben aus dem Honigraum dafür taugen, sind das oft nur 5-6 pro Volk. In meinem Betrieb werden jährlich mind. 50% der Waben der Altvölker erneuert. Dies hält die Völker dauerhaft jung und vital.

Fütterung

Fütterung von Honigbienenvölkern ist nur mit Biozucker und nur ergänzend erlaubt. Das heißt, den Bienen wird ein Teil ihres Honigs belassen und lediglich die Menge ergänzt, die zu einer sicheren Überwinterung fehlen. Außerdem wähle ich für die Überwinterung Standorte aus, an denen die Bienen bis zum ersten Frost Pollen und Nektar finden. In meinem Betrieb wird den Bienen auch während der Saison genügend Raum gegeben, um einen ausreichend großen Vorrat an Pollen und Honig im Brutraum zu speichern. Dieser Vorrat verbleibt im Volk.

Varroabekämpfung

Auch in der Ökoimkerei muss gegen die Varroamilbe behandelt werden. Hier kommen jedoch nur Mittel zum Einsatz, die natürlich in unserer Umwelt und auch im Honig vorkommen und keine Rückstände hinterlassen. Ich verwende neben biotechnischen Verfahren ausschließlich Ameisen- und Oxalsäure. Außerdem halte ich die sonstigen Wohlstandsfaktoren für äußerst wichtig, um widerstandsfähige Völker zu bekommen. Meine Betriebsweise ist das ganze Jahr über auf die Varroamilbe ausgerichtet, um sie effektiv zu bekämpfen. Ich fahre im Herbst auch noch wegen einem kranken Volk zu einem Bienenstand, den die Gesundheit der Bienenvölker ist das höchste Gut.

Standort der Bienenvölker

Der Standort der Bienenvölker muss so gewählt sein, dass die Völker keinen direkten Pflanzenschutzmaßnahmen ausgesetzt sind. Das heißt, wenn Bienenvölker an einem landwirtschaftlich genutzten Acker stehen, muss dieser ökologisch bewirtschaftet sein. Da die Bienen aber sehr weit fliegen, kann es natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass die Bienen Kontakt zu Pflanzenschutzmaßnahmen haben.

Königinnen

Den Königinnen darf kein Flügel geschnitten werden. Außerdem ist mir der respektvolle und ethisch korrekte Umgang mit allen Bienen wichtig.

Weitergehende eigene Richtlinien

Im Laufe der letzten Jahre habe ich immer wieder einige weit verbreitete Bienenhaltungspraktiken angezweifelt. Auf einige davon geht der Biolandverband ein. Diese wurden somit schon angesprochen. Ich möchte auf diese nochmal eingehen. Diese Liste ist noch lange nicht fertig und wird fortlaufend aktualisiert.

Brauchen die Bienen tatsächlich eine Mittelwand, um eine Wabe mit Arbeiterinnenzellen zu bauen?

Prinzipiell brauchen sie das nicht. Allerdings gelingt ein schöner, drohnenfreier Arbeiterinnenbau nicht zu jeder Jahreszeit. Mir scheint es so, als ob ein Volk über eine gewisse Anzahl an Drohnenzellen verfügen muss - ist dies erreicht, bauen sie oft wie selbstverständlich Arbeiterinnenzellen. Dies erreiche ich durch eine großzügige Gabe leerer Rähmchen im Honigraum. Ich gebe auch in der Waldtracht noch leere Rähmchen im Honigraum, hier entstehen oft wunderschöne Naturwaben mit Arbeiterinnenzellen. Diese setze ich dann zur Bauerneuerung im Brutraum ein. Auch bauen die Bienen den Baurahmen gegen Ende der Saison oft mit Arbeiterinnenzellen aus, wenn sie im Honigraum über genügend Honigwaben mit Drohnenzellen verfügen. Auch junge Völker bauen ihre ersten Waben aus fast 100% Arbeiterinnenzellen. Diese Anlage nutze ich und lasse Jungvölker 2-3 Waben wild bauen. Der Naturwabenbau fasziniert mich und Völker, die frei bauen dürfen, erscheinen mir harmonischer. Deshalb hoffe ich, irgendwann ganz auf Mittelwände verzichten zu können.

Ist eine Königin wirklich nur 2 Jahre leistungsfähig?

Mir bestätigte die Praxis immer wieder das Gegenteil. Zwar steigt mit älteren Königinnen das Risiko auf weisellose Völker im Frühjahr, doch gibt es immer wieder Königinnen, die selbst im 3. Jahr noch die 0 jährigen übertrumpfen. Ich tausche meine Königinnen deshalb nicht routinemäßig im Herbst aus. Ich führe über jede Königin Buch und tausche nur Königinnen aus, deren Leistung nicht befriedigend war oder unerwünschte Eigenschaften vererben, wie z.B. eine Krankheitsanfälligkeit oder Angriffslust. Merkt ein Bienenvolk, dass seine Königin nicht mehr leistungsfähig genug ist und zieht es sich eine Neue nach, so lasse ich es gewähren und greife nur ein, wenn etwas schief geht.

Ist es tatsächlich normal, dass bei jedem Eingriff Bienen gequetscht werden?

Es lässt sich tatsächlich nicht ganz vermeiden, ich arbeite aber daran. Ich mache heikle Stellen bienenfrei und nehme gerne den Mehraufwand an Zeit in Kauf.

Muss ein Bienenvolk alle 7 Tage in seine Einzelteile zerlegt werden?

Nein, muss es nicht! Zwar muss das Schwärmen unbedingt verhindert werden, da nicht wieder eingefangene Schwärme dem sicheren Tod geweiht wären, doch muss dafür nicht jedes Bienenvolk zerlegt werden. Jede Nachschau durch den Imker bedeutet eine Störung für das Bienenvolk. Daher arbeite ich daran, nur die wirklich relevanten Durchsichten zu machen und Völker so weit wie irgend möglich in Ruhe zu lassen. Ich habe meine Betriebsweise inzwischen so abgestimmt, dass ich pro Volk lediglich 2-3 Minuten für eine Schwarmkontrolle benötige, ohne dass dabei vermehrt Bienen gequetscht werden. Es werden nur die Völker durchgeschaut, die das auch wirklich nötig haben, die Allermeisten haben das nicht! So werden meine Völker durchschnittlich durch mich nur ca.30 Minuten pro Jahr gestört.

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